Mit seinem umfangreichen Buch- und Zeitschriftenprogramm ist Ernst & Sohn heute einer der führenden Verlage für Bauingenieurwesen und Architektur im deutschsprachigen Raum. Hätte ein Zeitreisender am 1. Januar 1851 dem Firmengründer Wilhelm Ernst diese Entwicklung prophezeit, hätte dies den Berliner Verleger mit Stolz erfüllt. Ein leichtes Kräuseln auf seiner Stirn darf man allerdings für den Fall vermuten, dass sein Gesprächspartner versucht hätte, ihm die Vorzüge digitalen Publizierens nahe zu bringen: "Bücher ohne Papier? Ich bitte Sie!" Um dann gleich zu ergänzen: "Wenn sie den Bedürfnissen unserer Leser entsprechen, sollten wir diese papierlosen Werke aber unbedingt veröffentlichen!" Die Berufspraxis von Ingenieuren und Architekten bestimmt die Arbeit von Ernst & Sohn - damals wie heute, seit über 150 Jahren.

Mit dem Tempo des Wandels im Bauwesen Schritt zu halten, ohne in punkto Qualität Kompromisse einzugehen: Das ist der Anspruch des Verlags - bis heute. Ins Programm von Ernst & Sohn schaffen es nur Buch- oder Zeitschriftenbeiträge, die wissenschaftlich fundiert und für die praktische Arbeit von Ingenieuren und Architekten relevant sind. Ob auf Messen, Kongressen, bei Gesprächen im Verlag oder in den Ingenieurbüros: Der ständige Austausch mit Forschenden und Praktikern ist die wichtigste Basis für Titel- und Programmplanung. Und alle zwei Jahre trifft man sich ohnehin: Dann nämlich wird der vom Verlag 1988 begründete Ingenieurbau-Preis verliehen. Mit ihm zeichnet eine Fachjury besondere Ingenieurleistungen aus und bringt sie damit auch einer breiteren Öffentlichkeit nahe.
2006 ist er im 100. Jahrgang erschienen, und ein Ende seiner jährlich neu aufgelegten Erfolgsgeschichte ist nicht absehbar: Der Beton-Kalender ist das bedeutendste Werk der Verlagsgeschichte. Um ihn herum hat sich ein Buchprogramm entwickelt, das praktisch zu allen Bereichen der Bauingenieurspraxis hochwertige und aktuelle Fachinformation bereithält. Das Themenspektrum umfasst dabei "Klassiker" wie Stahlbeton- und Stahlbau, Tragwerksplanung und -berechnung, Bauphysik, Geotechnik und Normung ebenso wie die "Spezialisten" Verkehrs- und Sportstättenbau oder Wasserbau. Ob mit jährlichen Publikationen wie Mauerwerk-, Stahlbau- und Bauphysik-Kalender, mehrbändigen Standardwerken wie Holzbau- und Grundbau-Taschenbuch oder Monografien zu Einzelthemen wie dem Tunnelbau: Mit den Büchern von Ernst & Sohn baut es sich einfach informierter.
Als Quelle für die punktgenaue Information zu besonders aktuellen Themen oder Spezialfragen sind Zeitschriften unabdingbare Arbeitsmittel - gerade auch für Ingenieure und Architekten. Verlassen können Sie sich darauf, was Ihnen die Ernst-&-Sohn-Autoren in Bauphysik, Bautechnik, Beton- und Stahlbetonbau, Geomechanics and Tunnelling, Mauerwerk, Stahlbau, geotechnik, Structural Concrete, Unternehmerbrief Bauwirtschaft und Steel Construction präsentieren. Und im Zeitschriftenartikel-Shop von Ernst & Sohn lassen sich über 21.000 Aufsätze und Berichte aus allen Zeitschriften von 1967 bis heute themengenau recherchieren und im PDF-Format herunterladen; ein Service, der - nach entsprechender Erläuterung - sicher auch Verlagsgründer Wilhelm Ernst begeistert hätte.
Wahrscheinlich hätte sich der Berliner Unternehmer auch gefreut, seinen US-amerikanischen Zeitgenossen und Verlegerkollegen John Wiley kennenzulernen. Dieser prägte maßgeblich die Entwicklung des heute börsennotierten Familienunternehmens John Wiley & Sons, zu dem Ernst & Sohn seit 1996 gehört. Bereits 1983 war Ernst & Sohn zur VCH Verlagsgesellschaft gekommen, die ihren Sitz in Weinheim hat und seit 1996 ebenfalls Teil der Wiley-Familie ist. Gemeinsam mit Kollegen von Wiley-VCH und Wiley-Blackwell bezog das Ernst-&-Sohn-Team 2008 den neuen Verlagsstandort in der "Oberbaum-City" in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg.
Der Verlag wurde in Berlin gegründet - und passt mit seiner Tradition des Wandels heute mehr denn je in diese Stadt, deren Metamorphosen Besucher aus der ganzen Welt faszinieren. Sein neuer Sitz passt hervorragend zum Profil und zu den Plänen des Verlags: Das Gebäude ist architektonisch ansprechend und zentral gelegen - und der Standort ist erweiterungsfähig. Auch das spielte bei der Entscheidung für die Adresse Rotherstraße eine Rolle. Denn bei Ernst & Sohn stehen die Zeichen auf Wachstum.