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Autor(en):     
 
Kurrer, K.
 
Titel:     
 
Konrad Zuse und die Baustatik  -  Zur Vorgeschichte der Computerstatik (Teil 1)
 
Kurzfassung:     
 
Von der Historiographie der Informatik wurde der bahnbrechende Beitrag Konrad Zuses (1910 - 1995) bei der Entwicklung des Computers in den letzten Jahren umfassend herausgearbeitet ([1] bis [4]). Dagegen wurde der Zusammenhang seiner Rechnerentwicklung mit dem damaligen Stand der Baustatik nur ansatzweise analysiert ([5] bis [11]). Die historisch interessierten Informatiker und Bauingenieure gaben sich mit der Feststellung zufrieden, dass das umfangreiche statisch unbestimmte Rechnen um 1930 Zuse wesentlich motivierte. Des Weiteren bedienten populäre Darstellungen des Lebenswerkes von Zuse und viele der Laudationes auf ihn die vorherrschende Abneigung gegen das Rechnen im Allgemeinen und das statische Rechnen im Besonderen. So stimmen zum 100. Geburtstag von Zuse manche Zeitgenossen ein in den Chor “Er war zu faul zum Rechnen“ und schließen kurz, dass er deshalb den Computer erfunden hätte.
Vor der Folie der Kalkülisierung der Baustatik sowie der Rationa lisierung und Schematisierung des statischen Rechnens im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts wird der Einfluß der Berliner Schule der Baustatik (s. [9, S. 389 - 404]) auf Zuses Ideenkreis um die Automatisierung des Rechnens bis 1935 herausgearbeitet. Als Prolegomenon von Zuses Rechnerentwicklung kann seine Mitte 1934 vollendete Studienarbeit über die Berechnung eines 9fach statisch unbestimmten Systems gelten. Aus der Perspektive des operativen Symbolgebrauchs in der Konsolidierungsperiode der Baustatik (1900 - 1950) erscheint ihre Geschichte in diesem Zeitraum als Vorgeschichte der Computerstatik.

Konrad Zuse and the theory of structures  -  a prologue to computational mechanics (part 1).
The pioneering role of Konrad Zuse (1910 - 1995) in the development of the computer has been covered comprehensively in the historical study of informatics in recent years ([1] to [4]). However, the relationship between his computer development work and the situation in theory of structures at the time has so far been given only a rudimentary analysis ([5] to [11]). Those computer scientists and construction engineers interested in the history of their professions have seemingly been happy just to know that the need for extensive statically indeterminate computations around 1930 were Zuse’s main motivation. Furthermore, popular accounts of his life’s work and many of the tributes paid to him exploit the fact that there was a widespread aversion to calculations in general and structural calculations in particular. Thus, on the 100th anniversary of Zuse’s birth, some contemporaries could be heard joining in with the “he was too lazy to calculate” chorus, and quickly coming to the conclusion that this was the reason why he invented the computer.
The influence of the Berlin school of structural theory (s. [9, S. 389 -  404]) on Zuse’s notions surrounding the automation of computa tions up until 1935 is shown here against the background of the introduction of formalised theory into structural analysis plus the rationalisation and schematisation of structural calculations in the first 30 or so years of the 20th century. Zuse’s project concerning the calculation of a system with nine degrees of static indeter minacy, which was completed in 1934 while he was a student, can be regarded as a preface to his later computer development. Looked at from the perspective of the practical use of symbols during the consolidation period of theory of structures (1900 - 1950), the history of structural analysis over these years seems to be a prologue to computational mechanics.
 
Erschienen in:     Bautechnik 87 (2010), Heft 11
 
Seite/n:     676-699
 
Sprache der Veröffentlichung:     Deutsch



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