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Autor(en):     
 
Kurrer, Karl-Eugen
 
Titel:     
 
Georg Christoph Mehrtens (1843-1917): Protagonist des Stahlbrückenbaus im wilhelminischen Deutschland
 
Kurzfassung:     
 
Wie kein anderer trieb der vor 100 Jahren verstorbene Georg Christoph Mehrtens in Deutschland den Übergang vom Eisen- zum Stahlbrückenbau voran. Als Wilhelm II. (1859-1941) 1888 zum Kaiser des Deutschen Reichs inthronisiert wurde, schickte sich der preußische Bau- und Betriebsinspektor Mehrtens in Bromberg an, das Schmiedeeisen im Großbrückenbau durch den Flussstahl im Allgemeinen und den Thomasstahl im Besonderen zu ersetzen. Mit dem großmaßstäblichen Einsatz des Thomasstahls für die Weichselbrücke bei Fordon (1891-1893) erreichte die Wechselwirkung zwischen der deutschen Stahlindustrie und der Stahlbauindustrie eine neue Qualität, die ihr alsbald international Geltung verschaffte und sich zum wichtigen Element der Wirtschaftspolitik der deutschen Schwerindustrie entwickeln sollte. In seiner Zeit als Professor an der TH Dresden von 1895 bis 1913 schuf Mehrtens (Bild 1) mit seinen Monografien über Baustatik und Brückenbau ein enzyklopädisches Werk, das damals im Konstruktiven Ingenieurbau ohne Beispiel war. Zu seinen Schülern zählten die späteren Professoren der TH Dresden Max Foerster (1867-1930), Willy Gehler (1876-1953) und Kurt Beyer (1881-1952), welche zum Fortschritt des Konstruktiven Ingenieurbaus und der Baustatik in ihrer Konsolidierungsperiode (1900-1950) signifikant beitrugen. Als begehrter Gutachter und Juror bei Wettbewerben sowie als Zeitschriftenautor beeinflusste Mehrtens den deutschen Großbrückenbau auf konstruktiver und auf ästhetischer Seite bis weit in das zweite Dezennium des vorigen Jahrhunderts. Doch Mehrtens ist nicht nur Protagonist des Stahlbrückenbaus im wilhelminischen Deutschland, sondern kann auch als Pionier der Historiografie der Bautechnik in Deutschland gelten.

Georg Christoph Mehrtens (1843-1917): protagonist of steel bridge-building in Kaiser Wilhelm's Germany.
Georg Christoph Mehrtens, who died 100 years ago, championed the transition from iron to steel bridges in Germany like no other. As Wilhelm II (1859-1941) was being declared Kaiser of the German Reich in 1888, Mehrtens (Fig. 1), a Prussian building and factories inspector in Bromberg (Bydgoszcz, now Poland), was preparing to replace the wrought iron of large bridges by mild steel in general and Thomas-Gilchrist steel in particular. The large-scale use of Thomas-Gilchrist steel for the bridge over the Vistula at Fordon (now Poland) in 1891-1893 resulted in a new level of interaction between the German steel industry and the steel construction sector. Those relations quickly gained international validity and were to evolve into the most important element in the economic policies of German heavy industry. During his time as professor at TH Dresden from 1895 to 1913, Mehrtens' wrote monographs on theory of structures and bridge-building which formed an encyclopaedic work that was without precedent at that time. Among his students were Max Foerster (1867-1930), Willy Gehler (1876-1953) and Kurt Beyer (1881-1952), all of whom became professors at TH Dresden in later years and made significant contributions to the progress of structural engineering and theory of structures during its consolidation period (1900-1950). Mehrtens was much in demand as an assessor, competition jury member and author of journal articles, and therefore influenced the building of large bridges in Germany in terms of their engineering and aesthetics well into the second decade of the 20th century. But Mehrtens was not just a leading advocate of steel bridge-building in Kaiser Wilhelm's Germany. He can also be regarded as a pioneer of the historical study of construction in Germany.
 
Erschienen in:     Stahlbau 86 (2017), Heft 6
 
Seite/n:     527-547
 
Sprache der Veröffentlichung:     Deutsch



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